Die Presse und die Flüchtlinge

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Die Presse und die Flüchtlinge

Beitrag#1von Seitenwind » 02.09.2015 10:39

Naher Osten / Afrika / Osteuropa: Warum liefert die Presse so ein Zerrbild und zeigt (meist) nur solide junge Männer denen es augenscheinlich gut geht. Warum wird nicht die Wirklichkeit gezeigt: verstümmelte, gefolterte und geschundene Menschen, halb verhungerte Familien, von Minen und Geschossen Verletzte? Erst durch diese permanente Falschinformation wird dem rechten Mob der Boden bereitet?
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Re: Die Presse und die Flüchtlinge

Beitrag#2von Sucher » 02.09.2015 16:36

Ich spiele mal den Anwalt des Teufels: Woher weißt Du denn von der realen Situation, wenn nicht aus der Presse? Warst Du überall anwesend, hast Interviews mit Verletzten und Hinterbliebenen geführt?

Wenn Du aber nicht auf ALLE Medien anspielst, sondern nur auf die, die sowieso immer nur Mist berichten oder deren Artikel immer genau das widerspieglen was der politisch verwickelte und gierig-schmierige Verleger vorgibt, hast Du Deine Frage doch schon selbst beantwortet...

Die Lösung liegt wohl nicht darin, die schlechte Presse zu zensieren, sondern vielmehr in der Aufklärung der Leute, für deren persönliche Ängste und Minderwertigkeiten die von manchen Medien aufgebauten Feindbilder eine billige Projektionsfläche bieten. Das kann z.B. die gute Presse leisten, aber auch jeder von uns. Ich scheue mich beispielsweise nicht, Verwandten und Freunden deutlich meine Meinung zu sagen, wenn sie etwas äußern was nach "rechtem Mob" riecht.
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Re: Die Presse und die Flüchtlinge

Beitrag#3von tantalus » 02.09.2015 17:41

Ganz einfach: Weil (meist) nur solide junge Männer, denen es augenscheinlich gut geht, herkommen. :ja:

Nur einige wenige bringen jetzt schon Frau und Kind mit, die meisten werden sie in ein paar Wochen via Familiennachzug herkommen lassen. Das ist nicht zuletzt eine Kostenfrage, wenn man hört, was die Schlepper so für Preise aufrufen. Und dann kommen die ja jetzt auch nicht bequem im Ferienflieger, sondern tingeln wochen- und monatelang unter widrigsten Bedingungen um die halbe Welt. Die Bilder sind ja durchaus auch bekannt.

Für verstümmelte, gefolterte und geschundene Menschen, halb verhungerte Familien, von Minen und Geschossen Verletzte und - ganz entscheidend - die Millionen, die schlicht und einfach kein Geld haben, stellt sich die Frage so überhaupt nicht: Die sind heilfroh, wenn sie es grad bis ins Nachbardorf, mit ganz viel Glück vielleicht bis ins Nachbarland schaffen. Auch davon gibt es täglich Bilder im Fernsehen. Nur daß Libanon, Türkei etc. sich nicht ständig ihrer übermenschlichen Heldentaten im Kampf gegen Irgendwas rühmen, dafür aber täglich ein Vielfaches an Flüchtlingen aufnehmen. Selbst die, die einfach nur flüchten müssen und keine "händeringend gesuchten Fachkräfte" sind...
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Re: Die Presse und die Flüchtlinge

Beitrag#4von Sucher » 02.09.2015 18:25

Die Tabloids und Privatsender verstehen sich als Dienstleister und stellen sich auf ihre Kundschaft ein. Die wenigsten wollen beim Frühstück Bilder von Leichenteilen in der Zeitung sehen oder beim Feierabendbier Babys mit abgeschossenen Gliedmaßen verbluten sehen. Außerdem würden dann auch die Stimmen lauter, dass die Berichtenden hätten eingreifen müssen...

Zum Thema Flüchtlinge und Wasser auf die Mühlen des rechten Mobs kann ich den Clip hier empfehlen:
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Fängt etwas hölzern an, wird aber am Ende (und das gebe ich zu, obwohl ich den Böhmermann generell auch eher niveauarm finde) ganz pointiert...
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