Raum-Zeit-Kontinuum

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Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#1von der-gelbe-hund2.0 » 24.11.2015 23:16

Es gab mal eine Zeit, da waren echte Hardcore-Physiker auf kf1.1, aber ich versuch's trotzdem:

Letztens einen Artikel gelesen, der zum gefühlten 750sten mal die Relativitätstheorie und die Ablenkung von Licht und Zeit bei großen Massen versuchte zu erklären.

Da wurde beiläufig erläutert, dass die Zeit in der Umlaufbahn eines Satellitens ein Tick schneller vergeht, so dass dies augeglichen werden muss, um exakte GPS-Koordinaten zu bekommen.
So weit, so bekannt. In schwarzen Löchern soll die Zeit ja auch bis nahezu zum Stillstand verlangsamt werden.

Aber was bedeutet das, für den in jedem Science-Fiction-Film vorkommenden Raumschiff-Captain, der in ein schwarzes Loch gesogen wird und von seinem traurigen Kollegen im Orbit beobachtet wird?

Erleidet er einen extrem langsamen Tod? D.h. die Crew muss jämmerlich verhungern und das Raumschiff zerbröselt altersschwach in seine Bestandteile, während der andere Kommandant die langsame Agonie im Zeitraffer sieht, oder rast er (aus seiner Sicht) mit unglaublicher High-Speed in das saugende Loch, wobei der Außenstehende diesen Höllenritt wie in Zeitlupe und Stillstand sieht?

Ich bin im Denken blockiert, will aber gern beim nächsten Star-Trek vor meiner Familie den erfahrenen Space-Cowboy geben.

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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#2von edan » 24.11.2015 23:27

Egal was du sagst/erzählst,
sie werden es nicht verstehen und dich für dein Wissen bewundern.
Ich bewundere dich jetzt schon für deine Frage.
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#3von tantalus » 24.11.2015 23:47

Da schließ ich mich glatt an. :denk:

Glaubt man Stephen Hawking (und ich sehe keinen plausiblen Grund, das nicht zu tun), geht es extrem schnell: Durch die "Spaghettisierung" wird der einsame Space-Cowboy in kürzester Zeit unglaublich in die Länge gezogen und in 1000 Stücke zerrissen, weil die Gravitation auf der dem Schwarzen Loch zugewandten Seite erheblich stärker als auf der abgewandten ist. An einer Gaswolke an Sagittarius A* kann man das derzeit beobachten: *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** oder *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
Und das passiert alles lange bevor er den Ereignishorizont erreicht, an dem er es überhaupt bemerken würde...
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#4von der-gelbe-hund2.0 » 25.11.2015 09:13

Sorry, das sollte wirklich keine Wichtigtuerei sein. Ich liebe Gedankenspiele.

@tanta: Okay, das mag dem Blickwinkel des trauernden zweiten Commanders entsprechen: WHOOOP und weggesaugt und zerrissen.
Aber wie ist das Bild des armen Stürzers? Wenn die Zeit langsamer vergeht, haben er und seine Crew ewig Zeit bis zum Bersten.
Bis hin zum völligen Stillstand der Zeit im Schwarzen Loch.

So kann die Crew eine neue Gesellschaft werden, Generationen aufbauen und Fortschritt errichten. Das Raumschiff würde natürlich nicht zerrissen werden, denn wenn es in die Länge gezogen werden würde, würde es die Mannschaft einfach etwas verlängern, soweit sie im Schiff entsprechende Zeit hätte (Jahre? Jahrzehnte?). Auch würde es vermutlich nicht zerbersten, sondern altersschwach wegen Materialermüdung zerbröseln. Von außen gesehen allerdings in 10 Sekunden (oder 10 Minuten? Oder 10 Jahren?)

Wenn die beiden Schiffe Funkkontakt hätten, könnten sie sich bald nicht mehr verständigen, der Orbitter würde nur noch ein helles Quieken wie Tonband-Schnellauf hören und seine Gesprächspartner würden im "5-Minuten-Takt" sterben, und die ins Loch stürzenden würden langatmige Standbilder, die über Jahre nicht wechseln sehen. Echt faszinierende Vorstellung.

Würde die Erde, in ein Schwarzes Loch gesaugt, also ewig blühendes Leben versprechen?

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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#5von edan » 25.11.2015 10:55

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Sorry, das sollte wirklich keine Wichtigtuerei sein.

So habe ich das auch nicht gemeint.
Sondern, eure Gedankengänge rufen "echte Bewunderung" bei mir vor.
Ich kann mir so was immer gar nicht vorstellen. :unknown:
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#6von Tulpen ideell » 25.11.2015 15:18

Das Lustige ist ja, daß Hardcore- Physiker solche Frageb überhauptnicht interessieren- unter Physikern ist das RTLII- Niveau... ; ')
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#7von der-gelbe-hund2.0 » 25.11.2015 16:09

Ja, das ist wirklich sehr lustig.

Aber bitte, bitte, mit dreimal Zucker drauf, jetzt kein üblicher Tulpen-Troll Ping-Pong-Dialog mit dem Nährwert von Weißbrot.

Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der RTL II zumindest nicht nur beim Bügeln guckt.
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#8von Tulpen ideell » 25.11.2015 16:33

Weil Du es bist, Gilbhund...
Ich werde meinen Bruder anschreiben....
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#9von Snugbug » 25.11.2015 18:13

Lasst es mich mal versuchen. Aaaalso,... ;))

Gleich zu Beginn der Frage ist schon ein Fehler drin. In Bewegung vergeht die Zeit nicht schneller, sondern langsamer.
Deshalb vergeht die Zeit im Satellit im Orbit langsamer als auf der relativ dazu still stehenden Erde.
Und dieser Unterschied muss (z.B. im GPS-System) berücksichtigt werden, weil andernfalls falsche Signallaufzeiten entstehen und sich somit falsche Positionen ergeben würden.

Was den ins schwarze Loch fallenden Captain betrifft, der stirbt aus Sicht der aus dem Orbit beobachtenden Mannschaft sozusagen einen fast unendlich langen Tod, weil an seinem Standort die Zeit fast unendlich langsam vergeht.

Umgekehrt sieht der Captain das langsam vor sich hingammelnde Raumschiff im Bruchteil einer Sekunde verschwinden, weil aus Sicht des Captains die Zeit im Raumschiff wahnsinnig schnell vergeht.
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Beitrag#10von Tulpen ideell » 25.11.2015 19:36

Die letzte Nachricht war ich nicht...toll!
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#11von tantalus » 25.11.2015 19:59

Nee Tulpen, das war Snugbug. Steht ja extra drüber... :ja:

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Würde die Erde, in ein Schwarzes Loch gesaugt, also ewig blühendes Leben versprechen?

Nee. Weil VOR dem Ereignishorizont (dem Übergang zwischen den beiden Zeiten) schon die Spaghettisierung käme - also kämen da sowieso schon nur noch irgendwelche Strahlen an. Wobei Hawking das inzwischen auch schon wieder alles über den Haufen geschmissen hat... *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#12von b@tman » 26.11.2015 08:18

Die Zeit vergeht in der Nähe eines schwarzen Lochs zwar langsamer, aber nur relativ in Bezug auf einen äußeren Betrachter. Wenn die Zeit langsamer abläuft, gilt das für ALLES in diesem verlangsamten System, also auch Licht, und alle anderen Wechselwirkungen, bis runter auf das Quark-Level. Die Informationsübertragung im Hirn läuft also ebenfalls langsamer ab, daher erscheint alles für die Person in der Nähe des schwarzen Lochs normal schnell.
Ich schätz mal, den Ereignishorizont, bei dem die Zeit mutmaßlich stillsteht (und einfach nie nichts mehr passiert und weitergeht), bekommt man als zu Atomen pulverisierte Wolke eh nicht mehr mit.

*** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. *** (so etwa ab 4:45min)
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#13von Snugbug » 27.11.2015 17:51

Relativität lässt sich auch noch folgendermaßen erklären:
In einem Wartezimmer vergeht die Zeit relativ langsam, bis was passiert.
Relativ schnell vergeht sie aber, wenn man sich aus Versehen auf eine heiße Herdplatte setzt. :lol:
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#14von Tulpen ideell » 30.11.2015 11:19

Also, Gilbhund, die Vorweihnachtszeit stimmt mich anscheinen milde und so habe ich tatsächlich meinen lieben Bruder wegen Deiner Frage angeschrieben. ; ')

Ich gebe sogar zu, daß er Deine Frage SEHR GUT findet, weil auch ganz schön kniffige Teile in dieser Frage vorhanden sind- zB sieht jemand von außen das Schiff für immer in einem Moment, wo der Raumfahrer noch gar nicht bemerkt, daß es schon zu spät ist.
Wäre interessant zu sehen, was dabei rauskommt...
Er meldet sich wieder- oder soll ich ihm die neue KF- Adresse verraten?
Hm... ; ')
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#15von Tulpen ideell » 30.11.2015 14:05

Meinem Bruder wird sicherlich nicht gefallen, sich hier anmelden zu müssen..und ansonsten wird ja eine Antwort erst nach tantalus' Freigabe geschaltet...
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#16von tantalus » 30.11.2015 19:03

Du kannst ja auch Deinen Anschluß hier mit ihm teilen. Bleibt ja in der Familie. Und dann machen solche:
Tulpen ideell hat geschrieben:Die letzte Nachricht war ich nicht...toll!

wenigstens Sinn... 8-)
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#17von Tulpen ideell » 30.11.2015 19:33

Weißte, tantalus, Du bist so dumm, daß Dich die Schweine beißen...ich beherrsche die Werbung und Du machst einfach alles kaputt.
Das war's dann...
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#18von tantalus » 30.11.2015 19:37

Ich weiß nicht, wie viele Millionen sich bei solchen Foren angemeldet und gewartet haben.
Die es interessiert hat, haben alle überlebt... :unknown:
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#19von der-gelbe-hund2.0 » 30.11.2015 22:59

Snugbug hat geschrieben:Gleich zu Beginn der Frage ist schon ein Fehler drin. In Bewegung vergeht die Zeit nicht schneller, sondern langsamer.
Deshalb vergeht die Zeit im Satellit im Orbit langsamer als auf der relativ dazu still stehenden Erde.

@snug, das stimmt und erinnert mich an die unsägliche Abiturfrage, wie viel weniger alt ein Formel1 Fahrer nach dem Rennen geworden ist. Überflüssig zu erwähnen, dass ich eine Nachprüfung schreiben musste.

Allerdings ist der von mir erwähnte Fall ein anderer: Zeit vergeht langsamer mit zunehmender Gravitation, d.h. auf der Umlaufbahn vergeht die Zeit schneller, da die Satelliten weiter von der Erde entfernt sind.

tulpi: Hardcore-Physiker mögen ja alle in höheren Sphären leben, Einstein aber war ein bekennender Trivial-Physiker, der mit der Tiefe Schwierigkeiten hatte, aber um die Ecke dachte. Sein Aha-Erlebnis hatte er mit der primitiven Frage was er sähe, wenn er mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Lichtstrahl schaut.

Okay, Captain Fall hat also mehr (relative) Zeit, wenn er ins schwarze Loch stürzt. Aber wie viel???
Wenn so eine Mini-Masse wie die Erde und lächerliche 20 km Höhe bereits spürbare Auswirkungen erzeugen, wie ist das Zeitenverhältnis bei Trilliarden Erdenmassen und Milliarden Kilometern?
Vor allem: Hat er genug (relative) Zeit um sich auf die steigende Gravitation einzustellen? Oder zerreißt es ihn bevor die Zeit spürbar langsamer wird?

Eine schöne Vorstellung: Wir jagen die Erde mit Volldampf in ein schwarzes Loch. Die relative Zeit vergeht langsamer und langsamer. Das Leben blüht und gedeiht und die Menschen haben Zeit sich evolutionär an die wachsende Anziehung zu gewöhnen. Die Erde wird (unendlich langsam) elliptisch und die Menschen entwickeln sich zu massearmen Pfannkuchen.
Nach Milliarden von relativen Jahren werden sich obere und untere Hälfte vermutlich nicht mehr ohne spezielle Gravitationsanzüge besuchen können.

Ich glaube, ich werde mal mein Schul-Englisch zusammenkramen, und bei "What-If" nachfragen...

@tanta: lass mal gut sein, mit deinen Kurzeinwürfen.
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#20von Snugbug » 30.11.2015 23:42

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Allerdings ist der von mir erwähnte Fall ein anderer: Zeit vergeht langsamer mit zunehmender Gravitation, d.h. auf der Umlaufbahn vergeht die Zeit schneller, da die Satelliten weiter von der Erde entfernt sind.


Bei der Geschwindigkeit, die zur Aufrechterhaltung des Orbits nötig ist, ist die bremsende Wirkung auf die Zeit allerdings stärker als die Wirkung, die die Entfernung des Satelliten zum Gravitationszentrum hat.

Diese bremsende Wirkung ist auch nicht wirklich spürbar, sondern nur messbar, da sich das Ganze nur im Bereich von Nanosekunden bewegt. Diese winzige Verlangsamung, wenn man sie denn unberücksichtigt lassen würde, würde aber schon zu falschen Positionen beim GPS führen.

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Wenn so eine Mini-Masse wie die Erde und lächerliche 20 km Höhe bereits spürbare Auswirkungen erzeugen, wie ist das Zeitenverhältnis bei Trilliarden Erdenmassen und Milliarden Kilometern?
Vor allem: Hat er genug (relative) Zeit um sich auf die steigende Gravitation einzustellen? Oder zerreißt es ihn bevor die Zeit spürbar langsamer wird?


Diese bremsende Wirkung ist nicht wirklich spürbar, sondern nur messbar, da sich das Ganze nur im Bereich von Nanosekunden bewegt. Diese winzige Verlangsamung, wenn man sie denn unberücksichtigt lassen würde, würde aber schon zu falschen Positionen beim GPS führen.

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Eine schöne Vorstellung: Wir jagen die Erde mit Volldampf in ein schwarzes Loch. Die relative Zeit vergeht langsamer und langsamer. Das Leben blüht und gedeiht und die Menschen haben Zeit sich evolutionär an die wachsende Anziehung zu gewöhnen. Die Erde wird (unendlich langsam) elliptisch und die Menschen entwickeln sich zu massearmen Pfannkuchen.
Nach Milliarden von relativen Jahren werden sich obere und untere Hälfte vermutlich nicht mehr ohne spezielle Gravitationsanzüge besuchen können.


Leider wird das nichts mit der evolutionären Anpassung.
Die Menschheit hat nicht wirklich mehr Zeit zur Anpassung, da die Evolution in der verlangsamten Zeit ebenfalls langsamer verlaufen würde (von außen in der Normalzeit betrachtet).
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#21von der-gelbe-hund2.0 » 01.12.2015 10:23

Snugbug hat geschrieben:Leider wird das nichts mit der evolutionären Anpassung.
Die Menschheit hat nicht wirklich mehr Zeit zur Anpassung, da die Evolution in der verlangsamten Zeit ebenfalls langsamer verlaufen würde (von außen in der Normalzeit betrachtet).


Sehe ich komplett anders.

In dem verlangsamten System "Erde-stürzt-in-schwarzes-Loch" passt sich alles der relativen Zeit an. Bis hin zu den Bewegungen der Atome oder Quarks (->b@tman).
Das ist ja gerade eine der Einsteinschen Theorien. Selbst in deinem schönen amerikanischen Video (ich bewundere, wie die Amis komplexe Probleme anschaulich darstellen können) ist das zu sehen:
Wenn das eine Zwillingsmädchen durchs All rast und nach einem Wimpernschlag unverändert wiederkommt, hat sie gerademal einen Toilettengang gemacht, und die Schwester ist steinalt.
Okay, aber während die Schwester alterte, ging die Evolution natürlich weiter! Kinder wurden geboren Klima erwärmte sich und alles passte sich an.

Die Welt des Captain Fall ist nichts anderes, nur reziprok. Was von außen in der "Normalzeit" (die es nicht gibt) betrachtet wird, ist völlig wumpe.

Könnte man also die absolute Spitze der Evolution in einem Schwarzen Loch, bzw. kurz davor erreichen? Eine Erde wieder "herausholen" und sehen, wie sich ein paar Trilliarden Jahre auswirken?
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#22von der-gelbe-hund2.0 » 01.12.2015 10:35

PS: Ich erinnere mich an die Urzeiten des Internets, so um die Jahrtausendwende, als gerade "Norns" aktuell waren, ein Computerspiel mit selbstständig handelnden Wesen, die im Lauf der "Generationen" lernen.

Irgendein Geheimdienst NSA oder CIA probierte damals dieses Programm, um in Millisekunden tausende von Generationen von "Norns" zu militärischen Zwecken zu "züchten".
So weit, so gruselig, so vergessen.

Zumindest hatten die "Norns" auf den NSA-Rechnern ihre Ewigkeit, während der Programmierer zum Kaffeeautomaten schluffte ;-)
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#23von Snugbug » 01.12.2015 11:47

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Sehe ich komplett anders.

In dem verlangsamten System "Erde-stürzt-in-schwarzes-Loch" passt sich alles der relativen Zeit an. Bis hin zu den Bewegungen der Atome oder Quarks (->b@tman).


Inwiefern ist das eine andere Sichtweise?
Tatsächlich ist das doch genau die Bestätigung dessen, was ich meinte.

Im verlangsamten System ist alles langsamer, also auch die Evolution.
Ich setze dabei voraus, dass die Beobachtung von außen, also aus dem Bereich der Normalzeit erfolgt. Die Normalzeit gibt es durchaus, wenn man diese als die Zeit annimmt, die außerhalb des verlangsamten Systems herrscht.

Nehmen wir mal an, in der Normalzeit dauert ein bestimmter Evolutionsabschnitt z.B. 1 Million Jahre.

Nehmen wir weiter an, dass die verlangsamte Zeit z.B. zehn mal langsamer verläuft.
Daraus folgt dann, dass der Abschnitt, bis das Ende des zuvor genannten Evolutionsabschnittes erreicht ist, in der verlangsamten Zeit zehn mal so lange dauert, also 10 Millionen Jahre.

Da in der verlangsamten Zeit (auf das Beispiel bezogen) alles zehn mal langsamer geschieht, kann die Evolution nicht weiter voranschreiten als sie es in der Normalzeit würde, denn die Evolution läuft in der verlangsamten Zeit zwar zehn mal länger, aber auch zehn mal langsamer.

Ein Beobachter innerhalb der verlangsamten Zeit würde davon allerdings gar nichts merken, denn für ihn würde alles ganz normal aussehen. Würde dieser Beobachter aber aus der verlangsamten Zeit heraus die Normalzeit beobachten, hätte er den Eindruck, dass dort alles wie im Zeitraffer verliefe.
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#24von der-gelbe-hund2.0 » 02.12.2015 09:42

Stimmt, ich nehme alles zurück und meine bisherigen Ausführungen waren Bullshit.

Klassischer Denkfehler: Wird die Zeit zum Schwarzen Loch hin langsamer, so nähme Cptn. Fall das Schiff im Orbit schneller wahr und nicht umgekehrt. Habe ich jetzt auch verstanden.

Also hieße das, wenn das taumelnde Schiff innerhalb sagen wir mal 1 Tag Orbit-Zeit hineinfallen würde, wäre es für die Verdammten auf dem fallenden Schiff weniger und nicht mehr. Also keine Zeit zum Evolutionieren, im Gegenteil: Flutsch und weg.

Schade, so ist's langweilig. Kein Potential.

Die einzige spannende Möglichkeit wäre, in die Zukunft zu "reisen", indem man mit seinem Schiff eine enge Umlaufbahn um das Loch einlegt, einige (langsame) Zeit wartet und sich wieder herauskatapultiert.

Das ist aber nicht so der Burner und auf demselben Level wie eine Gefriertruhe :-(

Edit: Das ist aber das Prinzip, welches die Enterprise in Star-Trek IV gemacht hat: Zur Sonne als massereicher Stern und dann heraus. Dann sollten sie in der Vergangenheit sein. Logischer Fehler oder ein anderer Effekt?
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#25von Snugbug » 02.12.2015 13:42

Der Film ist einfach nur Unterhaltung und nimmt es mit der realen Physik nicht so genau.

Die Zeit läuft langsamer, sowohl in der Nähe der Lichtgeschwindigkeit als auch in der Nähe großer Massen.
Daher könnte man annehmen, dass bei (der laut Einstein ja nie erreichbaren) Überlichtgeschwindigkeit die Zeit rückwärts läuft.
Die Enterprise kann aber schon Überlichtgeschwindigkeit erreichen, ohne dass die Zeit dabei rückwärts läuft.
Deshalb muss man dort den zusätzlichen Effekt der großen Masse ausnutzen (EDIT:...indem man sozusagen mit Überlichtgeschwindigkeit an einer großen Masse vorbei fliegt), um die Zeit rückwärts laufen zu lassen.

Wie das aber genau funktionieren soll, wissen wohl nur die Filmmacher. :zwinker:
Es wird damit halt einfach nur mehr Spannung für das Publikum erzeugt.

Deshalb drücken sich die Charaktere auch immer so gerne um eine Erklärung, wenn sie von üblicherweise technisch unbegabteren oder weniger entwickelten Charakteren gefragt werden, wie was funktioniert.
Stattdessen kommen immer solche Standard-Ausreden wie, "Das wirst Du eh nie verstehen..." oder "Das kann Dein Verstand gar nicht erfassen...". Ja klar, weil die Filmemacher selbst keine Ahnung haben, wie das funktioniert.
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#26von Snugbug » 02.12.2015 14:18

Nachtrag, wegen abgelaufenem EDIT-Zeitraum:

der-gelbe-hund2.0 hat geschrieben:Also hieße das, wenn das taumelnde Schiff innerhalb sagen wir mal 1 Tag Orbit-Zeit hineinfallen würde, wäre es für die Verdammten auf dem fallenden Schiff weniger und nicht mehr. Also keine Zeit zum Evolutionieren, im Gegenteil: Flutsch und weg.


Hier hat sich übrigens auch noch ein Fehler eingeschlichen.
Also wenn das Raumschiff ebenfalls ins schwarze Loch fällt, dann ändert sich für die Mannschaft gar nichts, also weder schneller noch langsamer.
Die Zeit wird zwar immer langsamer im fallenden Raumschiff, aber die Mannschaft merkt es nicht, weil die die Verlangsamung ja im gleichen Maße mitmacht. Die Mannschaft würde nur was merken, wenn sie zum Fenster rausschaut und in den Bereich der Normalzeit blickt.
Dieser Bereich erscheint der Mannschaft dann beschleunigt (z.B. die Sternenbewegungen oder falls da ein zweites Raumschiff wäre).
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#27von der-gelbe-hund2.0 » 02.12.2015 17:09

Na ja, es ändert sich für die fallenden Raumfahrer, dass sie weniger (ihrer eigenen) Zeit haben. Klar, dass sie nicht wie so gern in Sci-Fi Filmen illustriert, in Zeitlupe agieren, aber wenn bspw. der beobachtende zweite Commander sieht, dass das andere Schiff in 1 Std. hineinfällt, haben die fallenden auf ihren Uhren nur 1 min (nur als Beispiel, die Dimensionen würden mich mal interessieren). Auf jeder Armbanduhr dauert ein Herzschlag weiterhin 1 sec. Klar.

Also geht es für sie schneller, da sie (aus der Sicht des äußeren Schiffes) eben langsamer sind.

Ergo erleiden Sie einen schnellen Tod, womit die Ausgangsfrage ja geklärt wäre. Aber langweilig.
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der-gelbe-hund2.0
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Re: Raum-Zeit-Kontinuum

Beitrag#28von Snugbug » 02.12.2015 22:55

Ähm... Moment..., da sind gerade ein paar Commander (war das nicht erst ein Captain und auch nur einer?) und ein paar Raumschiffe zu viel im Raum (nicht nur im Weltraum... ;)) )

Welcher Captain ist wo?
Welches Raumschiff ist wo?
Und von wo wird jeweils beobachtet?

Der fallende Captain bemerkt keine Verlangsamung, weil er selbst in der verlangsamten Zeit steckt.
Für diesen Captain läuft die Zeit ganz normal ab.
Nur wenn dieser Captain in den Bereich der Normalzeit schaut, wo sich sein Raumschiff befindet, bewegt sich dieses Raumschiff schneller (zerfallen kann das Raumschiff übrigens nur dann, wenn es immer wieder von Meteoren getroffen wird, was aber in der Nähe eines schwarzen Loches, das ja ständig alle mögliche Materie anzieht, durchaus öfter vorkommen dürfte).
Da das Raumschiff noch in der Normalzeit steckt, erlebt der Captain in der verlangsamten Zeit den Zerfall des Raumschiffes wie im Zeitraffer.
Wenn nun aber die Mannschaft im Raumschiff dem fallenden Captain nachschaut, sieht es für die Mannschaft aus, als würde der Captain in Zeitlupe fallen.
Nebenbei bemerkt eine überaus gruselige Vorstellung, jemanden fast unendlich lange sterben zu sehen.

Wenn das Raumschiff selbst ins schwarze Loch fällt, ergeht es der Mannschaft wie zuvor dem Captain.
Die Mannschaft merkt gar nichts, solange sie nicht in Richtung der Normalzeit schaut.
Ein dann evtl. noch in der Normalzeit befindliches zweites Raumschiff würde den Fall des ersten in Zeitlupe sehen.

Die Zeitlupenbewegung der Mannschaft in den Filmen ist deshalb falsch dargestellt, weil sich die Kamera im Raumschiff selbst befindet.
Somit ist die Kamera im gleichen verlangsamten Zeitrahmen wie das Raumschiff und kann insofern die Verlangsamung auch nicht erkennen.

Die Zeitlupenbewegung wäre nur dann richtig, wenn sich die Kamera in der Normalzeit befinden und von dort aus ins Raumschiff rein schauen würde, was aber innerhalb des Raumschiffes nicht sein kann.
Die Zeitlupenbewegung wäre auch nur dann beobachtbar, wenn sich die Kamera sozusagen innerhalb einer kleinen Normalzeitblase befinden würde, was aber physikalisch nicht möglich ist.

Der Fehler mit der Zeitlupenbewegung wird nur aus dramaturgischen Gründen (absichtlich!) gemacht, einfach damit es fürs Publikum interessanter wird.
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